Was essen in Istanbul? Von Straßenleckereien zum Abendessen am Bosporus
Essens- und Trinkführer für Istanbul: von Simit und Fischbrot bis zu Meze-Tafeln, Stationen in Kadıköy und Karaköy, Abendessen-Empfehlung am Bosporus und praktische Tipps.
In Istanbul kann das Essen einer der einprägsamsten Teile Ihres Besuchs sein. Man beginnt den Morgen mit einem Simit und Tee, geht mittags in ein belebtes Lokanta und kann abends über dem Wasser essen. Dieser Leitfaden beantwortet Tag für Tag die Frage der Erstbesucher: „Wo und was soll ich essen?“
Den Tag beginnen: Türkisches Frühstück und Simit
Das türkische Frühstück ist weniger ein einzelner Teller als eine Tafelordnung. Käsesorten, Oliven, Tomaten, Gurken, Marmelade, Honig, Kaymak und Eier kommen in kleinen Schälchen auf den Tisch. Dazu wird reichlich Tee gereicht. Es ist üblich, das Frühstück ausgedehnt zu halten und gemeinsam zu essen.
Für eilige Reisende gibt es auch Straßenoptionen:
- Simit: Ringförmiges, mit Sesam bestreutes Gebäck, das an Ständen und von fahrbaren Wagen als schneller Snack gekauft wird.
- Poğaça und Börek: Erhältlich in Bäckereien und Konditoreien. Die Varianten mit Käse oder Kartoffel eignen sich gut zum Start in den Tag.
- Tee: Wird in schlanken, taillierten Gläsern serviert. Wenn Sie sich irgendwo hinsetzen, gibt es meist eine Runde als Aufmerksamkeit oder ein zweites Glas.

Tagsüber: Straßenessen und Lokantas
Beim Spaziergang durch die historische Halbinsel ist die Gegend um Eminönü eine der praktischsten Stationen für Straßenessen. Hier ist Balık ekmek, also gegrillter Fisch im Brot, ein klassischer Istanbul-Geschmack. Im nahegelegenen Mısır Çarşısı können Sie Gewürze, Lokum und Nüsse durchstöbern und probieren.
Weitere Straßenleckereien:
- Midye dolma: Muscheln mit Reis, die mit Zitrone beträufelt gegessen werden. Als Faustregel für Frische gilt: Wählen Sie Stände, die gut besucht sind, schnell umschlagen und ordentlich aussehen.
- Kumpir: Große, gebackene Kartoffel, die mit verschiedenen Zutaten gefüllt wird. Besonders bekannt ist sie in Ortaköy.
- Kastanien: Im Herbst, etwa ab Oktober, verbreitet sich der Duft gerösteter Kastanien über die Straßen.
Wenn Sie sitzen und essen möchten, schauen Sie sich Lokantas an. Im Schaufenster stehen fertige Gerichte, Sie zeigen auf das, was Sie möchten, und wählen so aus. Für Menschen, die kein Türkisch sprechen, ist das der einfachste Weg. Gemüsegerichte, Fleisch-Eintöpfe und Reisgerichte sind häufig zu finden.
Hinweis für Vegetarier
Gemüse in Olivenöl, Linsensuppe und Mezeauswahl sind ein guter Einstieg für Vegetarier. Dennoch können in manchen Gerichten Fleischbrühe oder Hackfleisch enthalten sein. Es lohnt sich, beim Bestellen nachzufragen.

Von Europa nach Asien: Eine essensorientierte Route
Wenn Sie einen Tag rund ums Essen planen, könnte folgender Ablauf passen:
- Morgens: Rundgang in Sultanahmet und Umgebung, danach in Eminönü ein leichter Snack.
- Nachmittags: Mit der Fähre nach Kadıköy übersetzen. Der Basar und die Umgebung mit Lebensmittelständen, Essiggurkenhändlern, Süßwarenläden und kleinen Lokantas lassen sich zu Fuß erkunden, das macht Freude.
- Später Nachmittag: Kaffee und Süßes in Karaköy oder Balat.
- Abend: Eine Bosporus-Fahrt mit Essen oder ein Meyhane oder Restaurant Ihrer Wahl.
Die Fährfahrt ist ein wichtiger Teil dieser Route. Sie überqueren zwei Kontinente mit einem Verkehrsmittel und mit Aussicht. Prüfen Sie Fahrpläne und aktuelle Preise vor Ihrem Aufbruch.
Süßes und Kaffeepause
In Istanbul gilt Süßes als eigener Teil des Essens. Baklava, Künefe, Milchdesserts und Lokum sind die bekanntesten. Türkischer Kaffee wird in kleinen Tassen mit seinem Satz serviert. Trinken Sie ihn nicht sofort und nicht bis zum Boden aus, lassen Sie ihn etwas stehen. Da der Zucker beim Kochen hinzugefügt wird, sollten Sie bei der Bestellung Ihre Vorliebe nennen, etwa „wenig Zucker“ oder „ohne Zucker“.
Abend: Essen auf dem Bosporus
Für alle, die einen Abend über dem Wasser verbringen möchten, ist eine Dinner-Kreuzfahrt auf dem Bosporus eine gute Wahl. Istanbul: Bosphorus Dinner Cruise Istanbul: Bosphorus Dinner Cruise verbindet Essen, live türkische Unterhaltung und den Blick auf den Bosporus zwischen Europa und Asien. Wenn das Tageslicht schwindet, sehen Sie die beleuchtete Skyline Istanbuls. Die Dauer beträgt etwa 3 Stunden, der Preis beginnt bei 45 EUR.
Diese Tour eignet sich für alle, die nach einem vollen Besichtigungstag sitzen und sich ausruhen möchten. Einige praktische Hinweise:
- Prüfen Sie Details wie den Menüinhalt, ob Getränke inbegriffen sind und den Abfahrtsort auf der Buchungsseite.
- Wenn Sie eine besondere Ernährung oder Allergien haben, teilen Sie dies bei der Buchung im Voraus mit.
- Auf dem Bosporus kann es abends kühl werden. Im Herbst, etwa im Oktober, ist eine dünne Jacke hilfreich.

Praktische Tipps rund ums Essen und Trinken
- Rechnung prüfen: An manchen Orten kann eine Servicegebühr auf die Rechnung kommen. Schauen Sie nach, ob sie enthalten ist.
- Auf Preise im Menü achten: Fragen Sie vor der Bestellung nach Produkten ohne Preisangabe, besonders in touristischen Gegenden.
- Stoßzeiten meiden: Beliebte Lokale sind mittags und abends schnell voll. Früh oder spät zu kommen sorgt für mehr Ruhe.
- Wasser und Brot: In manchen Lokalen werden Brot und Meze gesondert berechnet. Es ist völlig in Ordnung zu fragen, ob die Dinge auf dem Tisch kostenpflichtig sind.
- Alkohol: Meyhanes und viele Restaurants bieten alkoholische Getränke an. In einigen konservativen Stadtteilen werden sie in Lokalen jedoch unter Umständen nicht ausgeschenkt.
- Öffnungszeiten: Die Öffnungszeiten richten sich nach Saison und Betrieb. Prüfen Sie sie vor dem Besuch, besonders bei kleinen Lokalen.
Schlusswort
Für gutes Essen in Istanbul müssen Sie nicht in teure Lokale gehen. Ein Simit, Tee auf der Fähre, ein kleines Lokanta in Kadıköy und abends eine Tafel über dem Wasser zeigen Ihnen verschiedene Gesichter der Stadt. Wenn Sie Ihre Route rund um Essensstationen planen, erkunden Sie die Stadt entspannter und mit mehr Freude.
